Das Denkmal der grauen Busse

Das Denkmal der grauen Busse – ein offener Prozess – ein Denkmal in Bewegung

Die jähliche Kranzniederlegung am Mahnmal des Grauen Busses in Weißenau/Ravensburg am Gedenktag (27.01) war für uns als Vorbereitungsgruppe die Initialzündung für die geplant Veranstaltung "Oberschwaben IST BUNT" und die bundesweite Digitale Menschenkette.

 

Wofür stehen die grauen Busse? Was sagen sie uns? Wo findet man sie? Welche Bedeutung haben sie? Welche Botschaft bringen sie herüber? Fragen um Fragen.

 

Wie kam die Idee?

Vor der Weissenauer Klosterkirche erinnerte nur eine unscheinbare Gedenktafel an die „Gefallenen der Weltkriege und die Opfer der Euthanasie“. Stadt Ravensburg und das ZfP lobten gemeinsam einen Wettbewerb aus, um künstlerisch angemessen der ermordeten psychisch Kranken zu gedenken.

 

Wofür stehen die grauen Busse?

Die grauen Busse sind Täterwerkzeuge. In grauen Bussen der Scheinorganisation „gemeinnützige Krankentransportgesellschaft“ (GEKRAT)– dafür haben die Nationalsozialisten ehemalige rote Postomnibusse umgespritzt und die Fenster eingetrübt – wurden psychisch Kranke und geistig Behinderte in sechs Tötungsanstalten im Reichsgebiet gebracht, wo sie mit Kohlenmonoxid ermordet wurden. Die Ermordung wurde beschönigend als „Gnadentod“ –bezeichnet. „Euthanasie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „schöner Tod“.

 

 

Was sagen sie uns? Welche Bedeutung haben sie? Welche Botschaft bringen sie herüber?

In den Bussen steht die Inschrift „Wohin bringt ihr uns? – 1940/41“. Arg- und werhlos wurden die Opfer zu den Gaskammern gefahren. Die Nationalsozialisten wollten ihrer Ansicht nach „unwertes Leben“ vernichten. Dazu zählten sie geistig Behinderte, psychisch Kranke, Arbeitsscheue, Trinker und deren Kinder. Um zu verhindern, dass dieser Personenkreis Nachkommen zeugt, wurden viele dieser Frauen und Männer zwangssterilisiert. Je länger die Kranken in den Anstalten waren, desto eher wurden sie auf die Transportlisten gesetzt.

 

Wo findet man sie?

Das Denkmal der grauen Busse besteht aus zwei Teilen. Der erste steht unverrückbar an der alten Pforte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Weissenau. Der zweite, mobile Bus macht an verschiedenen Stätten Halt. Ursprünglich konzipiert, den Todesweg der 691 Weissenauer Opfer nachzuvollziehen von Weissenau nach Grafeneck, hat der mobile Bus mittlerweile überregionale Bekanntheit erlangt. Er steht als nationales Symbol für die in der so genannten „Euthansie-Aktion“ Ermordeten.

 

 

 

 

Weitere interessante Informationen bekommt man hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Graue Bus blockiert die alte Pforte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Weißenau
"Kraftpost" vom Typ Magirus M 27.
Verschüchterte Fahrgäste werden an 2.10.1940 in Liebenau von Personen in weißen Kitteln abgefertigt.